Fragen

Praxis Dres. Wieber

Häufig gestellt Fragen

Unter den Bändern bzw. Brackets einer festen Spange besteht doch die Gefahr von Karies oder Entkalkungen?

Die Gefahr, dass im Umfeld der Brackets und Bänder Karies entsteht ist tatsächlich höher als ohne feste Apparatur, da sich Plaque und Speisereste an den Zähnen leichter ablagern können und von der Selbstreinigung mittels Zunge und Wangenschleimhaut ausgenommen sind. Bei einer guten Munhygiene, d.h. bei penibler Beachtung, dass keine Plaque für längere Zeit an den Zahnflächen verweilen kann, besteht keine Gefahr der Entstehung von Karies.

Unterstützend ist die Applikation von Fluoriden besonders während der Behandlung mit einer festsitzenden Apparatur sehr zu empfehlen: Fluoride schützen die Zähne gegen Karies, da das Fluorid in den Zahnschmelz eingelagert wird und dieser so widerstandsfähiger gegen die Säure der Bakterien wird. Eine zusätzliche Fluoridzufuhr ist empfehlenswert, weil die natürliche Fluoridaufnahme durch Essen und Trinken zumindest in unserer Region weit unter dem optimalen Wert liegt. Diese zusätzliche Flouridaufnahme kann zum Beispiel einmal wöchentlich mittels eines fluoridhaltigen Gels erfolgen. Sehr gut eignet sich auch fluoridiertes Speisesalz zur täglichen Ergänzung des Flouridbedarfs.

Kann man mit einer festen Zahnspange Blasinstrumente spielen?

Die Schlösser an den Schneidezähnen stören anfangs den Ansatz und es kommt zu Problemen beim Spielen hoher Töne. Doch nach einer gewissen Umstellungszeit von ca. drei bis vier Wochen lässt sich dies beherrschen.

Was kann man mit einer festen Zahnspange essen?

Fast alles, nur von harten Speisen (Nüsse, harte Äpfel, Karotten, harte Brotrinde) sollte man anfänglich Abstand nehmen, weil diese die Drähte beschädigen und die Brackets ablösen könnten. Schneidet man die oben genannten Lebensmittel in kleine Stücke und kaut diese vorsichtig, muss man nach einer gewissen Eingewöhnungsphase auch auf diese Speisen nicht verzichten. Auf Karamelbonbons und Gummibärchen sollte allerdings zum einen wegen der Kariesgefahr zum anderen aber wegen der Konsistenz komplett verzichtet werden.

In welchen Abständen werden die Behandlungskontrollen in aller Regel durchgeführt?

Dies ist abhängig vom Behandlungsstadium. In aller Regel muss der Patient in drei- bis achtwöchigen Abständen zur Kontrolle erscheinen.

Ist die kieferorthopädische Behandlung schmerzhaft?

Nach Einsetzen von Multibandapparaturen kommt es zu einer unterschiedlich langen Druckempfindlichkeit einzelner Zähne oder ganzer Zahngruppen, die jedoch altersabhängig nach drei bis zehn Tagen nachlässt. Auch später können im Verlauf einer kieferorthopädischen Behandlung einzelne Zähne auf die applizierten Kräfte mit Druckempfindlichkeit reagieren.

Ist es erforderlich, während einer kieferorthopädischen Behandlung Schmerzmittel einzunehmen?

Nein. Die Druckempfindlichkeit bzw. die Schmerzen treten nur bei Belastung der Zähne auf, was durch entsprechend weiche Kost ausgeglichen werden kann.

Besteht die Gefahr, dass die Zähne nach der Behandlung wieder schief werden?

In aller Regel bleiben die Zähne in der durch die Behandlung erreichten Stellung, sofern die Anweisungen des Behandlers bezüglich der Retention befolgt werden. Da sich aber im Laufe des Lebens die Belastungsmomente für die Zähne ändern, wird es immer zu geringfügigen Zahnbewegungen kommen.

Welchen Sinn und Nutzen hat überhaupt eine kieferorthopädische Behandlung?

Die Korrektur von Zahnfehlstellungen und Kieferfehlbildungen bringt in aller Regel eine deutliche Verbesserung der Kaufunktion und stellt mittel- bzw. langfristig eine unverzichtbare Prophylaxe bei der Entstehung von Karies, Parodontal- und Kiefergelenkserkrankungen dar.

Wann sollte eine kieferorthopädische Behandlung sinnvollerweise begonnen werden?

Mit ganz wenigen Ausnahmen ist es vorteilhaft, eine kieferorthopädische Behandlung mit beginnendem Seitenzahnwechsel einzuleiten. Physiologischerweise läuft der Seitenzahnwechsel zwischen dem 9. und 12. Lebensjahr ab. Bei Mädchen etwas früher als bei Jungen. Ausnahmen stellen die Behandlungen von Progenien (Vorbisse) von Kindern, die wegen ihrer Fehlbildung verspottet werden und von Kindern mit Sprachstörungen oder ausgeprägten Fehlfunktionen dar. Hier wird vereinzelt bereits bei Beginn des Durchbruchs der bleibenden Frontzähne mit der kieferorthopädischen Behandlung begonnen.

Wie lange dauert eine kieferorthopädische Behandlung?

Normalerweise dauert die aktive Behandlungsphase einer kieferorthopädischen Behandlung 2-3 Jahre. Danach schließt sich eine in der Regel einjährige Retentionszeit an. Je nach Ausgangsbefund kann bis zum Abschluss des Wachstums auch ein festsitzender Retainer notwendig werden.

Kann man es sich aussuchen, ob die kieferorthopädische Behandlung mit herausnehmbaren oder festsitzenden Apparaturen durchgeführt wird?

Meist nicht, denn es gilt die Faustregel: Korrektur von Kieferfehllagen mit herausnehmbaren Geräte, Korrektur von Zahnfehlstellungen mit festsitzenden Apparaturen.

Was kostet eine kieferorthopädische Behandlung?

Je nach Umfang, Dauer und Schwierigkeitsgrad der Behandlung zwischen ca. 1.500 und 4.500 € über die gesamte Behandlungszeit einschließlich Retentionsphase.

Zahlen auch die gesetzlichen Krankenkassen eine kieferorthopädische Behandlung?

Ab einem gewissen Umfang der Fehlbildung - Ja, wobei jedoch vom Patienten bis zum Abschluss der Behandlung ein Eigenanteil von 20% zu entrichten ist, der von der Kasse zurückerstattet wird, sofern die Behandlung zum ordnungsgemäßen Abschluss kommt.

Welche Behandlungen werden nicht von der Krankenkasse bezahlt?

Korrekturen von Fehlstellungen, die überwiegend der Kosmetik dienen bzw. Fehlbildungen geringeren Umfangs.

Warum müssen während einer kieferorthopädischen Behandlung Röntgenaufnahmen gemacht werden?

Eine kieferorthopädische Behandlung ist eine Langzeitbehandlung und die Röntgenaufnahmen dienen der fortlaufenden Diagnostik, denn schwache Reaktion, schlechte Mitarbeit, aber auch wachstumsbegründete Faktoren können durchaus eine Therapieänderung notwendig machen.

Wie verhält es sich mit der Extraktion bleibender Zähne im Zuge kieferorthopädischer Behandlungen?

Die Extraktion bleibender Zähne ist nur dann indiziert, wenn ohne sie eine kieferorthopädische Behandlung nicht erfolgversprechend durchzuführen ist, d. h. wenn Alternativen fehlen, um die notwendigen Zahnbewegungen zu realisieren.

Wie viele bleibende Zähne werden in der Regel im Zuge kieferorthopädischer Behandlungen extrahiert?

Meist vier, um die Symmetrie der Zahnbögen zu erhalten oder wieder herzustellen.

Müssen die Weisheitszähne immer entfernt werden?

Die Entfernung der Weisheitszähne bringt für die kieferorthopädische Behandlung nur ganz selten Vorteile, und auch der Einfluss der durchbrechenden Weisheitszähne auf die Frontzahnstellung wird unterschiedlich diskutiert.
Die operative Entfernung der Weisheitszähne ist dann erforderlich, wenn die Weisheitszähne aus Platzgründen oder wegen ihrer Stellung nicht durchbrechen können. Die Entscheidung hierüber sollte nach Abschluss des Wachstums erfolgen.

Bis zu welchem Alter sind kieferorthopädische Behandlungen möglich?

Die Möglichkeit einer kieferorthopädischen Behandlung wird nicht durch das Alter, sondern durch den Zustand des Zahnhalteapparates und der Zähne limitiert. So ist es heute nicht ungewöhnlich, auch bei über 50jährigen noch kieferorthopädische Maßnahmen einzuleiten.

Welche wichtige Rolle spielt das Wachstum bei einer kieferorthopädischen Behandlung?

Es ist von sehr großer Bedeutung, dass kieferorthopädische Behandlungen von Kieferfehllagen noch vor dem Erreichen des pubertären Wachstumsmaximums bei Mädchen mit ca. 13 Jahren, bei Jungen mit ca. 14 Jahren begonnen werden. Ist das pubertäre Wachstumsmaximum überschritten, so ist vielfach eine Korrektur von Kieferfehllagen nur noch mit operativer Unterstützung möglich.

Was muss man tun, wenn die Milchzähne zu früh herausfallen oder extrahiert werden müssen?

Werden die Milchschneidezähne verloren, muss nicht eingegriffen werden, da sie keine Platzhalter für die bleibenden Zähne darstellen. Gehen jedoch Milchseitenzähne frühzeitig verloren, so müssen die hinter der Lücke stehenden Zähne mittels eines Platzhalters an Ort und Stelle gehalten werden, um einem Platzverlust für die bleibenden Zähne vorzubeugen.

Weiter Fragen können Sie direkt an mich stellen: info@kfo-wangen.de